Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Bettina Müller informiert sich über Pflegeausbildung

20. Juni 2015 - 10:27

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller hat sich bei einem Besuch der Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen über die Situation der Ausbildung in den Pflegeberufen informiert. Die Gesundheitsexpertin ist in Berlin Berichterstatterin Der SPD-Bundestagsfraktion für die Neuordnung der Pflegeberufe, die in der zweiten Jahreshälfte beraten werden soll.

Die Alten- und Krankenpflege steht aufgrund der demographischen Entwicklung vor großen Veränderungen“, erklärte Müller den Hintergrund der anstehenden Reform. Die Zahl der Pflegebedürftigen, aber auch die Komplexität der Versorgung nähmen immer weiter zu. In den Krankenhäusern steige der Anteil der älteren Patienten, während gleichzeitig in den Altenpflegeinrichtungen zunehmend krankenpflegerische Tätigkeiten erforderlich sind.

Bettina Müller: „Die Tätigkeitsfelder vermischen sich immer mehr. Die Zusammenlegung der Ausbildung in der Alten- und Krankenpflege eröffnet die Chance, die Ausbildungsinhalte neu auszurichten.“ Schon heute seien etwa ein Drittel der Ausbildungsinhalte identisch. Die neue sogenannte generalistische Pflegeausbildung werde außerdem die Attraktivität der Pflegeberufe steigern und endlich die bislang fehlende EU-rechtliche Anerkennung des deutschen Altenpflegausbildung bringen.

Die Bundestagabgeordnet stellte dem Geschäftsführer des Main-Kinzig-Klinikums, Dieter Bartsch, der Pflegedienstleiterin Elke Pfeifer sowie der Akademieleiterin und Vorsitzenden des Landesverbandes Hessen im „Bundesverband Lehrende im Gesundheits- und Sozialwesen“, Elisabeth Gottschalk, einen ersten Arbeitsentwurf für ein neues Pflegeberufegesetz vor. Die Politikerin und die Pflegefachleuten waren sich einig, dass die Berufsgesetze im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen angepasst werden müssten. Allerdings, so die Gelnhäusener Ausbildungsleiter, dürfe die Reform nicht zu Lasten der Ausbildungsqualität gehen. Das sieht auch Bettina Müller so, die vor ihrem Studium der Rechtswissenschaften selbst eine Ausbildung als Krankenschwester absolviert hatte: „Die zusammengelegte, generalistische Ausbildung sieht daher Vertiefungsschwerpunkte vor, für die sich die Auszubildenden entscheiden können, und die trotz eines einheitlichen Abschlusses auch im Zeugnis stehen.“ Zudem werde es für Abiturienten die Möglichkeit einer grundständischen akademischen Pflegeausbildung geben, die zusätzliche Qualifikationen beinhalte. Die neue Ausbildung werde außerdem den Pflegehilfskräften offenstehen, deren ein- oder zweijährige Ausbildung angerechnet werde.

Die Umstellung auf die neue Ausbildung werde zudem nicht von heute auf morgen erfolgen, so Müller. Für die Kranken- und Altenpflegeschulen gebe es Übergangsfristen, um die personellen und organisatorischen Voraussetzungen für die neue Berufsausbildung zu schaffen. Wegen der Zuständigkeit der Bundesländer im Bereich Schule und Bildung sei ohnehin mit längeren landesrechtlichen Umsetzungsphasen zu rechnen. Auch bei Lehrplänen und den Ausbildungsinhalten hätten die Bundesländer mitzusprechen. „Wir müssen die Reform aber jetzt auf das Gleis setzen, damit wir in den kommenden Jahren ausreichend und gut ausgebildete Pflegekräfte haben“, erklärt Bettina Müller, die zusagte, die in Gelnhausen gewonnenen Eindrücke aus der Praxis der Pflegeschulen mit in die parlamentarischen Beratungen nach Berlin zu nehmen.

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