Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Geplante Reform der Pflegeausbildung – Altenpflegeberuf wird nicht abgeschafft!

28. Oktober 2015 - 10:45

„Auch künftig wird es gut ausgebildete Pflegefachkräfte geben, die in den Einrichtungen und ambulanten Diensten der Altenpflege die Versorgung der Pflegebedürftigen sicherstellen werden. Was sich ändern wird, ist die Berufsbezeichnung“ stellt die SPD Bundestagsabgeordnete Bettina Müller klar. Neben den vielen nach altem Berufsrecht ausgebildeten Kräften, die ihre Berufsbezeichnung Altenpflegerin oder Altenpfleger behalten, wird es in den nächsten Jahren nach und nach ausgebildete Kräfte mit einer anderen Bezeichnung, voraussichtlich „Pflegefachkraft“, geben.

Eine weitere Änderung ist, dass die mit dem Pflegeberufegesetz geplante Reform der Berufsausbildung neben den Ausbildungsinhalten der Altenpflege zusätzlich auch noch Kenntnisse in der Krankenpflege vermittelt. Dies wird deshalb immer wichtiger, weil sich durch den steigenden Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung die Bereiche der Kranken- und Altenpflege immer mehr vermischen. So erhöht sich zum Beispiel die Zahl der über 80-Jährigen bis zum Jahr 2030 um fast 60%. Die steigende Zahl hochbetagter Patientinnen und Patienten im Krankenhaus erfordert in der Krankenpflege daher zusätzliches Wissen aus der Altenpflege. Umgekehrt wird in den Einrichtungen der Altenpflege oder bei der ambulanten Pflege zu Hause immer mehr krankenpflegerisches Wissen benötigt, weil die Patienten durch kürzer werdende Liegezeiten früher aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Nach Auffassung der Bundestagsabgeordneten Bettina Müller, die Mitglied im Gesundheitsausschuss und auch Krankenschwester ist, sei es unabdingbar, die bislang getrennte Ausbildung der Kranken- und der Altenpflege künftig in eine Ausbildung zusammenzulegen. Schon bislang waren die Ausbildungsinhalte der beiden eigenständigen Berufe zu etwa 40 Prozent identisch. Innerhalb der künftigen Ausbildung können die Auszubildenden aber auch Schwerpunkte setzen und ihre Kenntnisse wahlweise in der Altenpflege, der Kinderkrankenpflege oder der Krankenpflege vertiefen. Diese Vertiefung wird auf dem Abschlusszeugnis entsprechend vermerkt. Es geht somit nicht um die Abschaffung der bisherigen Berufe, sondern darum, sie auf die Notwendigkeiten einer guten und qualitativ hochwertigen pflegerischen Versorgung in einer älter werdenden Gesellschaft auszurichten. Bettina Müller will, dass die Menschen im Krankenhaus, in Pflegeheimen und zu Hause auch in Zukunft bestmöglich gepflegt werden.

Außerdem wollen wir, dass die Altenpflegeausbildung endlich kostenlos ist. In einigen Bundesländern müssen Auszubildende derzeit immer noch Schulgeld für den Unterricht in den Altenpflegeschulen zahlen. Das Pflegeberufegesetz macht damit endlich Schluss.

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Kommentare

Gespeichert von Dieter Pitsch am/um

Wo ist der Unterschied?

"Altenpfleger" oder "Pflegefachkraft mit Schwerpunkt Altenpflege".
Ist doch das gleiche.

Wenn diese seit Jahren diskutierte Ausbildungsreform am Ende doch wieder drei unterschiedliche Berufe hervor bringt, dann kann man gleich alles beim alten lassen.

Die Kompetenzen der Altenpflege müssen dringen in das Berufsbild der Krankenpflege einfließen (und umgekehrt).
Grundpflege (Bewegung, Körperpflege, Ernährung usw.) wird in Krankenhäusern mitleidig belächelt und meist an ungelernte delegiert.
Krankenpflege agiert lieber als Hilfskraft der Mediziner ohne eigene Identität.

Schafft endlich diese hirnrissige Einteilung ab (Kinder, Kranke, Alte).
Wo liegt hier die Logik?
Warum wird Pflegearbeit in Altersklassen kategorisiert?

Einem Azubi im Krankenhaus muss von Anfang an klar sein, dass er sich auch um alte Menschen kümmern muss.
Einem Azubi im Altersheim muss von Anfang an klar sein, dass er sich auch um kranke Menschen kümmern muss.

Eine Ausbildung, eine Berufsbezeichnung, keine Vermerk im Abschlusszeugnis.

Gespeichert von admin am/um

Ziel des Pflegeberufegesetzes ist eine Ausbildung, die in der Krankenpflege altenpflegerische Inhalte und in der Altenpflege krankenpflegerische Inhalte vermittelt, weil beide Bereiche immer mehr zusammenwachsen.

Dennoch macht eine Schwerpunktsetzung auch künftig durchaus Sinn – auch später zusätzlich zu den Ausbildungsschwerpunkten. Weiterbildung z.B. zu Tätigkeiten im OP, in der Notaufnahme usw. sind auch künftig notwendig. Entscheidend ist: Die gemeinsame Ausbildung bietet allen künftigen Pflegekräften die Chance, sich beruflich entsprechend der persönlichen Neigung weiter zu entwickeln.

Lebenslanges Lernen und ständige Weiterbildung wird in einer sich stetig weiterentwickelnden Medizin und vor dem Hintergrund neuer pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse ohnehin noch wichtiger als bislang schon.

Es geht nicht darum, dass künftig jeder direkt nach der Ausbildung alles kann. Mit dem Gesetz schaffen wir vielmehr eine gemeinsame Ausgangslage dafür, dass jedem – in der Alten-  wie auch in der Krankenpflege –  alle Türen offen stehen. Bislang sind vor allem den Altenpflegekräften leider viele Optionen verschlossen.

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