Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Der neue Pflegebegriff

Herzstück der Pflegereform ist die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes. Bisher wurden Pflegebedürftige nach der zu erwarteten Dauer pro Pflegeleistung in drei Pflegestufen eingestuft.

Ab dem 1.01.2017 wird ein neues Bewertungssystem eingeführt. Pflegebedürftige werden dann nicht mehr in drei Pflegestufen, sondern in fünf Pflegegraden eingestuft.

Stärker berücksichtigt werden in Zukunft die Fähigkeiten, den Alltag alleine gestalten zu können. Wie viel kann noch alleine erledigt werden und in welchen Bereichen braucht sie oder er Unterstützung? Dadurch ist eine bessere Berücksichtigung von psychischen Einschränkungen möglich und die Versorgung von Demenz Patienten wird erheblich ausgebaut. Sechs unterschiedliche Module werden bewertet und analysiert.

Es werden Mobilität (1), kognitive und kommunikative Fähigkeiten (2), Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (3), Selbstversorgung (4), Bewältigung und selbständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen (5) und Belastungen und Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte (6) bewertet. Daraus errechnet sich ein Punktwert, welcher die Einstufung in die Pflegegrade regelt.

Je höher der Punktwert ausfällt, desto höher ist der Pflegegrad des pflegebedürftigen Menschen.

Grundsätzlich haben alle Versicherte, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, gegenüber ihrer Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen, das für sie die private Pflege-Pflichtversicherung durchführt, einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Gleiches gilt für Versicherte, die zwar noch keine Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, aber einen Antrag auf Leistungen gestellt haben und bei denen erkennbar ein Hilfe- und Beratungsbedarf besteht. Außerdem können Angehörige oder ehrenamtlich Pflegende an kostenlosen Pflegekursen der Pflegekasse teilnehmen.