Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Gründau braucht ein Ärztehaus

26. Oktober 2016 - 23:17
SPD-Bundestagsabgeordnete stellt sich hinter örtliche Genossen

Was lange Zeit als sicher galt, steht nun auf der Kippe: Dem geplanten Ärztehaus in Lieblos droht der planungsrechtliche Boden entzogen zu werden. Für die örtlichen Sozialdemokraten nicht nachvollziehbar. „Gründau braucht ein Ärztehaus“, meinte auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller beim Ortstermin in Lieblos.

Die Vorgeschichte: Als es einst um die Nachfolge für die vakante Arztstelle in Hain-Gründau ging, gab es einen „runden Tisch“ der Gründauer Hausärzte. Damals äußerten drei Mediziner den Wunsch, sich zusammen zu tun und in ein – noch zu bauendes - Ärztehaus auf dem Grundstück neben der Löwen-Apotheke ein zu ziehen. Warum? Zum Einen aus wirtschaftlichen Gründen. Zum Anderen stehen für die Praxen ohnehin Veränderungen an. So läuft der Mietvertrag eines Arztes Ende 2017 aus, die Räume eines Zweiten sind nicht barrierefrei. Für ihn gibt es zwar Bestandsschutz, aber sein Nachfolger dürfte dort gar nicht praktizieren.

Das Ärztehaus in Lieblos wäre also eine Zukunftsvision, die für Alle nur Vorteile brächte. Für die Ärzte, weil sie neue, barrierefreie Praxen bekämen und damit auch bessere Chancen, Nachfolger zu finden. Für die Bevölkerung, weil die Arztstellen hierdurch langfristig in Gründau blieben. Zudem würde der Ort einen Kinderarzt hinzu gewinnen, der ebenfalls in dem Ärztehaus einziehen würde.

Planungsrechtlich stand das Projekt auf sicherem Boden. Das Grundstück lag in einem Mischgebiet. Das tut es im Übrigen nach wie vor - noch. Dort sind Arztpraxen und Ärztehäuser zulässig. Aber das ließe sich womöglich ändern, und zwar durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes – nur für einen Teil des Areals. Würde es als Wohngebiet ausgewiesen, dürfte dort kein Ärztehaus errichtet werden.

Diese Überlegungen werden laut, nachdem das Projekt in Gründau seit drei Jahren bekannt ist und die Signale aus Sicht der SPD bislang stets positiv waren. Drei Jahre, in denen bereits beträchtliche Gelder investiert wurden. Drei Jahre, in denen die Firma „Ideenwelt“, die auf ärztliche Versorgung im ländlichen Raum spezialisiert ist, Arbeit erbracht hat und nun mit einer Schadensersatzklage droht.

Für die Sozialdemokraten ist das angedachte Bauleitplanverfahren unverständlich. Und nicht nur für sie. Offenbar auch für den Hessischen Städte- und Gemeindebund. So weist der Verband in einer von Bürgermeister Helfrich angeforderten Stellungnahme darauf hin, dass „eine Feigenblattplanung als verkappte Verhinderungsplanung jedenfalls nicht zulässig“ ist.

Sollte dem Ärztehaus in Lieblos tatsächlich der planungsrechtliche Boden entzogen werden, könnte dies eine verhängnisvolle Wirkung über Gründaus Grenzen hinaus haben, wie Ute Schenk-Fischer, kommissarische Vorsitzende der örtlichen SPD, zu bedenken gibt. „Potenzielle Investoren brauchen vor allem Eines: Planungssicherheit. Wer ein Projekt nach drei Jahren durch nebulöse, bauleitplanerische Winkelzüge kippt, der zerstört Planungssicherheit und sendet damit ein Signal aus, das fatal für Gründau wäre, würde es doch zukünftige Investoren davon abschrecken, sich bei uns zu engagieren.“

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