Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Integration von Flüchtlingen: Kommunale Akteure bringen Forderungen an Bettina Müller für die Arbeit in Berlin ein

29. Oktober 2015 - 11:25
Pressemitteilung des Jugendbüro & Familienzentrum „Check in“, Schlüchtern

Bettina Müller, SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Main-Kinzig, Wetterau, Schotten, besuchte am Dienstag, dem 20.10.2015 das Familienzentrum und Integrationsbüro „Check In“ in Schlüchtern, um sich einen persönlichen Eindruck über die Arbeit vor Ort zu machen, die mit der Bewältigung der zahlreichen Aufgaben, wie Unterbringung, soziale Betreuung und Integration der Flüchtlinge zusammen hängen.

Am Gespräch nahmen Bürgermeister Falko Fritzsch, Stadtverordnetenvorsteherin Luise Meister, die Seniorenbeauftragten Ilse Ott und Peter Triebensky, betroffene Migrantinnen, die stellvertretende Hauptamtsleiterin Kerstin Baier-Hildebrand und die Jugendreferentin Andrea Lindner teil. Im Gespräch wurde die besondere Situation in Schlüchtern erörtert. Von der Erstaufnahmeeinrichtung Hof Reith werden die ankommenden Flüchtlinge innerhalb weniger Tag an die Städte und Gemeinden im Kreis verteilt. Durch diese hohe Fluktuation sei in Schlüchtern eine andere Art von Unterstützung notwendig als in den Nachbarkommunen, wo die Flüchtlinge eine längere Verweildauer haben. Hier gehe es um eine Erstversorgung der Menschen und eine zweckmäßige Unterbringung. Ein Großteil der Menschen auf Hof Reith bleibt weniger als eine Woche.

Bettina Müller fragte sehr konkret und eindringlich nach, welche Anliegen sie mit nach Berlin nehmen soll. Dabei haben sich zwei Forderungen herauskristallisiert. Die Migranten, welche bereits länger in Deutschland leben, werden von vielen öffentlichen Stellen (Behörden, Ärzte, Krankenhäuser, Polizei usw.) um Hilfe beim Übersetzen gebeten. Diese Menschen erledigen diese Aufgabe mit sehr viel Engagement und Freude, erhalten dafür aber weder eine Aufwandsentschädigung für entstandene Kosten noch werden hierfür sozialversicherungspflichtige Stellen geschaffen.

Im Sinne eines Konzeptes zum Umgang und zur Integration von Flüchtlingen wäre es wünschenswert, wenn es die Möglichkeit gäbe, diesen Menschen eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit anzubieten, mit der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Gegebenenfalls ist darauf aufbauend eine weitere Qualifikation z.B. über die Hessische Verwaltungsschule möglich.

Die Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz suchen, sind zu einem großen Teil motiviert, ihren Lebensunterhalt selbstständig zu bestreiten. Da die Menschen Jugendbüro & Familienzentrum „Check in“  in der Alten Post Eingang Lotichiusstraße unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen mitbringen, benötigen sie differenzierte Zugänge zum deutschen Bildungssystem, aber auch einen beschleunigten Zugang zu einer Arbeits- oder Ausbildungserlaubnis, denn gleichzeitig suchen Betriebe geeignete Bewerberinnen und Bewerber für ihre Ausbildungsplätze und Wirtschaftsorganisationen betonen den Bedarf an motivierten jungen Fachkräften.

Leider ist es derzeit nicht möglich, im Main-Kinzig-Kreis im Erwachsenen-Bildungsbereich einen Schulabschluss zu erwerben. Dies ist bisher nur in Fulda oder Frankfurt möglich. Hierbei besteht die Problematik, Fahrtkosten, Unterrichtsmaterialien und ggf. Unterstützung durch Nachhilfe zu finanzieren. Grundsätzlich muss das in Deutschland sehr gute Schul- und Ausbildungssystem durch Erwachsenenbildungsbereiche erweitert werden.

Im Anschluss an einen Schulabschluss ist es erforderlich, dass geeignete junge Flüchtlinge für eine Ausbildung passgenau in Praktika und Ausbildung vermittelt werden. Dabei müssten auch Praktikums- und Ausbildungsbetriebe unterstützt werden.

Der Abgeordneten Bettina Müller sei es bewusst, dass es keine bessere Integration als durch Ausbildung und Beschäftigung geben könne. Die Unterbringung und Integration der ankommenden Flüchtlinge könne keinesfalls eine Aufgabe für einzelne sein kann. Es bedarf vieler Menschen und vieler kreativer Ideen, um die derzeitige Situation gemeinsam zu meistern.

Der Seniorenbeauftragte Peter Triebensky bat zu bedenken, über das Flüchtlingsthema hinaus nicht das Thema Altersarmut und soziale Vereinsamung von Senioren aus dem Blick zu verlieren.

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