Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Mehr Geld für Physiotherapeuten & Co.

17. Februar 2017 - 11:33
Die Vergütung der Heilmittelerbringer wird in den nächsten drei Jahren überdurchschnittlich ansteigen

Der Bundestag hat am Donnerstag den Weg frei gemacht für Verbesserungen bei Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen. Diese als Heilmitterbringer bezeichnete Berufsgruppe profitiert von Regelungen im jetzt verabschiedeten Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung. Das berichtet die Bundestagsabgeordnete Bettina Müller, Fachberichterstatterin der SPD-Fraktion für die Gesundheitsberufe.
 
„Die Vergütung der Heilmittelerbringer wird in den nächsten drei Jahren überdurchschnittlich ansteigen“, erklärt die Politikerin. Bislang ist die jährlich mit den Krankenkassen auszuhandelnde Vergütungssteigerung an die Entwicklung der Grundlohnsumme gekoppelt. Diese Deckelung wird für zunächst drei Jahre ausgesetzt. Bettina Müller: „Die Vergütung der therapeutische Berufe ist durch die Deckelung hinter der Entwicklung in anderen Berufszweigen zurückgeblieben. Vor allem die Schere zu den Einkommen der Ärzte ging zuletzt immer weiter auseinander.“ Neben den selbstständigen Heilmittelerbringern soll eine neu geschaffene Transparenzregelung sicherstellen, dass die mit den Kassen ausgehandelten Erhöhungen auch bei den angestellten Physiotherapeuten und anderen Heilmitterbringern ankommen.
 
Mit dem Gesetz werden auch die Modellversuche zur sogenannten Blankoverordnung ausgeweitet, erklärt Bettina Müller weiter und hofft, dass auch in Hessen solche Modellversuche möglichst schnell zustande kommen. Bei der Blankoverordnung entscheiden die Therapeuten selber und nicht mehr der Arzt über Art, Dauer und Frequenz der Behandlung. Der Arzt bestätigt nur noch die Notwendigkeit der Behandlung.

„Die Blankoverordnung ist der erste Schritt in Richtung Direktzugang“, betont Bettina Müller. Langfristig sollten die Heilmittelerbringer auch Leistungen direkt und unabhängig von einer ärztlichen Verordnung erbringen dürfen. Nur so könne die gesundheitliche Versorgung im ländlichen Raum in Zeiten zunehmenden Ärztemangels und weiter Wege aufrechterhalten werden. „Wir müssen die Berufsbilder in den nächsten Jahren entsprechend weiterentwickeln“, betont die SPD-Politikerin.

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