Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Weltfrauentag am 8. März – Viel erreicht und noch viel zu tun

8. März 2014 - 0:00

„Der 8. März ist für mich ein wichtiges Datum! Wir Frauen haben unseren Vorkämpferinnen viel zu verdanken. Ich persönlich ganz besonders: eine Frau mit einem politischen Mandat war vor 100 Jahren in Deutschland noch undenkbar“, erklärt die Bundestagsabgeordnete Bettina Müller zum Weltfrauentag. Aber auch mehr als ein Jahrhundert nach dem ersten Frauentag hätten Frauen und Männer nicht die volle Entscheidungsfreiheit, Chancengleichheit sei nach wie vor nicht erreicht, so die SPD-Bundestagsabgeordnete weiter.

Immer noch würden Frauen durchschnittlich 22 Prozent weniger Lohn erhalten als Männer. Der Großteil der im Niedriglohnsektor Beschäftigten seien Frauen, von denen außerdem viele in der Teilzeit- und Minijobfalle feststeckten. Bettina Müller: „Für die meisten Frauen bleibt der Karrieresprung oft nur ein frommer Wunsch, weil der Kollege längst im Chefsessel sitzt.“ Die vielfältigen Benachteiligungen führten dazu, dass ihnen am Ende eines Frauen-Erwerbslebens im Schnitt nur die Hälfte einer durchschnittlichen Männer-Rente bleibt.

Die Sozialdemokratin fordert daher gesetzliche Regelungen zur Entgeltgleichheit für gleiche und gleichwertige Arbeit. „Wir werden auch den hoch qualifizierten Frauen in der Wirtschaft zu ihrem Recht verhelfen, endlich auch in Toppositionen aufzusteigen, so Müller weiter. Dazu werde eine 30%-Quote für Aufsichtsräte von börsennotierten oder voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen umgesetzt. Auch der angestrebte flächendeckende gesetzliche Mindestlohn werde automatisch all jene Berufe aufwerten, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden.

„Auch die Gewalt gegen Frauen ist im vermeintlich zivilisierten Europa weiterhin ein Problem“, so Müller mit Blick auf die in dieser Woche veröffentlichte Studie der Grundrechteagentur der Europäischen Union. Trauriges Ergebnis der Befragung von 42.000 Frauen in 28 Ländern: ein Drittel der Frauen ist seit ihrem 15. Lebensjahr einmal oder mehrmals Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt geworden.

Europaweit variieren die Zahlen stark von Land zu Land, jedoch liege Deutschland mit 35 Prozent sogar leicht über dem EU-Schnitt: „Das ist eindeutig zu viel – hier müssen wir etwas tun. Ein konsequenter Schutz der Opfer trägt dazu bei, dass die Übergriffe öffentlich werden und auch geahndet werden können. Es ist zudem wichtig, die Frauen zu sensibilisieren, damit sie sexuelle Belästigung als solche einordnen und gewalttätige Übergriffe anzeigen. Scham und Angst dürfen nicht dazu führen, dass die Täter sich nicht dem Recht stellen müssen. Auch durch Stalking werden viele Frauen psychisch massiv bedroht.“

Anlaufstellen gibt es auch in unserer Region: Frauenbüros und Beratungsstellen helfen und in akuten Fällen bieten die Frauenhäuser in Hanau und Wächtersbach Schutz. Rund um die Uhr erreichbar ist der Notruf 110 und das Bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (Telefon 08000/116016). Weitere Infos und Adressen stehen auf der Homepage des Main-Kinzig-Kreises (mkk.de).

Bettina Müller: „Gut, dass es diese Angebote gibt. Aber die Forderung der Sozialistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin von 1910 ‚Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte‘ gilt nach wie vor.“

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