Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Fokus: Sterben

Themenseite der Bundestagsabgeordneten Bettina Müller
Meinung
Dienstag, 3. März 2015 - 15:30
Name: 
Susanne Simmler (Erste Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreis)

Aufgabe der Politik ist es, Schwerpunkte zu setzen und Themen, über die sonst nur am Rande diskutiert wird, in das öffentliche Licht zu rücken. Ich sehe es als meine politische Aufgabe an, dass wir uns für ein menschenwürdiges Sterben im Main-Kinzig-Kreis und damit einhergehend nicht nur für eine bestmögliche medizinische, sondern auch für eine bestmögliche und menschenwürdige Begleitung auf dem letzten Lebensweg einsetzen. Das Thema „Tod und Sterben“ ist mit Sicherheit kein einfaches Thema. Wir reden gerade in jüngeren Jahren lapidar davon, dass Sterben zum Leben dazugehört. Aber die Realität ist heutzutage doch eine andere. Der Tod ist ein Tabu-Thema, er wird verdrängt. Es liegt in unserer Natur, dass wir als gesunde Menschen uns mit dem Tod nicht befassen wollen. Während das Sterben früher in Großfamilien und  in einer Dorfgemeinschaft ganz anders präsent war, der Tod als natürlicher Bestandteil des Lebensweges wahrgenommen wurde, ist Sterben heute anders, anonymer. Wir begegnen dem Tod zwar täglich, wenn wir in der Tagesschau Nachrichten über Bürgerkriege, Erdbeben oder Zugunglücke sehen, doch ist dieser Tod virtuell. Den tatsächlichen Tod haben wir an den Rand des Sichtbaren gedrängt.  Dies mag damit zusammenhängen, dass in unserer heutigen Zeit im Vergleich zu früher ganz andere medizinische Möglichkeiten bestehen. Die Medizin hat sich stetig fortentwickelt, wir sind heute in der Lage, Menschen über lange Jahre am Leben zu erhalten. Dies bedeutet aber auch, dass heutzutage viele menschliche Leben in Krankenhäusern enden. Nur die wenigsten sterben zuhause und im Kreise ihrer Familie. Ein Sterben in Würde zu sichern, ist meiner Auffassung nach eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.