Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Gesundheitliche Versorgung der Flüchtlinge muss gewährleistet sein

3. Juli 2015 - 0:36

Am Donnerstag sprach ich im Bundestag zu der medizinischen Versorgung für Asylsuchende. Genau wie bei Unterkunft und Betreuung der Flüchtlinge, stellt auch deren gesundheitliche Versorgung die Kreise und Kommunen vor große Herausforderungen. Organisatorisch, verwaltungstechnisch und vor allem finanziell. Nach § 4 Asylbewerberleistungsgesetz liegt die Sicherstellung der Versorgung im Krankheitsfall sowie mit Vorsorgeleistungen und Impfungen bei den zuständigen Behörden. Also bei den Ländern und den mit der Unterbringung betrauten Kreisen und Kommunen. Die regionalen Sozial- und Gesundheitsämter stehen dabei vor einer Mammutaufgabe: „Einfache“ Verwaltungsmitarbeiter müssen plötzlich zwischen notwendigen, aufschiebbaren, chronfizierten und akuten gesundheitlichen Beschwerden unterscheiden. Das ist eine belastende und unwürdige Situation – sowohl für die Flüchtlinge, deren sowieso schon auf das Nötigste begrenzte Behandlung verzögert wird. Aber auch für die kommunale Verwaltung und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die hier unter Zeitdruck und Überlastung medizinische Entscheidungen mit zum Teil erheblichen Auswirkungen auf das Leben der ohnehin schon traumatisierten Menschen zu treffen haben. Hier werden die geplante und hoffentlich bald umgesetzte Einführung einer speziellen Gesundheitskarte und die Abrechnung der Gesundheitskosten über die gesetzlichen Krankenversicherungsträger zu einer deutlichen Entlastung führen. Denn damit liefe das Verfahren künftig über die Krankenversicherungsträger und die Ärzte, für die solche Entscheidungen tägliche Praxis sind.

Kolumne im Gelnhäuser Tageblatt

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