Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Neuordnung hält Pflegeberufe attraktiv

15. April 2016 - 11:56
Kolumne im Gelnhäuser Tageblatt

Es gibt nur wenige Berufe, die vor so großen Herausforderungen stehen wie die Pflegeberufe. Die Gründe dafür sind vielfältig: So wächst der Bedarf an Pflegekräften, weil die Menschen immer älter werden und der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung zunimmt. Damit steigt auch die Zahl der Pflegebedürftigen, die in den Pflegeheimen oder zu Hause in den eigenen vier Wänden gepflegt werden müssen. Und in den Krankenhäusern liegen immer mehr hochbetagte Patienten. Die bislang getrennten Versorgungsbereiche der Kranken- und Altenpflege wachsen also immer weiter zusammen. Die Pflegefachkräfte in den Krankenhäusern brauchen daher zwingend bislang nicht vermittelte Kenntnisse in der Altenpflege. Umgekehrt ist in der stationären und ambulanten Altenpflege zunehmend Wissen aus der medizinischen Behandlungspflege nötig.
 
Mit dem Pflegeberufereformgesetz reagiert die Politik auf diese Entwicklung und ordnet die Ausbildung in einem generalistisch ausgerichteten Pflegeberuf neu, der durch die breitere Ausbildung auch neue berufliche Perspektiven eröffnet. Der Pflegeberuf bleibt so in dem sich abzeichnenden Konkurrenzkampf mit anderen Branchen attraktiv und die regional zum Teil dramatischen Vergütungsunterschiede zwischen Krankenpflege und Altenpflege werden sich verringern. Außerdem schaffen wir endlich das Schuldgeld ab.
 
Die neugeordnete Ausbildung wird voraussichtlich erst 2019 starten und erste Jahrgänge 2022 die Schulen verlassen. Es wird lange Übergangszeiten und Bestandschutz für Schulen geben. Auch Spezialwissen in den einzelnen Bereich wird nicht verloren gehen, weil es für die Alten-, Kranken und kinderpflege eine Spezialisierung innerhalb der neuen Ausbildung geben wird. Für die Kinderkrankenpflege wird es sogar mehr praktischen Unterricht geben als zuvor. Das Pflegeberufereformgesetz ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Pflegequalität in der Zukunft.

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