Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Fokus: Pflege

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Pflegegrad 3

Leistungsempfänger:

Voraussetzung für eine Einstufung in Pflegegrad 3 ist eine schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten. Wer bereits Pflegeleistungen erhält wird automatisch in Pflegegrad 3 überwiesen, wenn ausschließlich körperliche Einschränkungen vorliegen und Leistungen der Pflegestufe 2 bezogen wurden oder wenn Leistungen der Pflegestufe 1 in Anspruch genommen werden und wegen einer Demenz oder einer anderen psychischen Erkrankung die Alltagskompetenz dauerhaft eingeschränkt ist.

Leistungspaket:

  • Alle Pflegebedürftigen erhalten ab dem 01.01.2017 einen Entlastungsbetrag von bis zu 125 € monatlich. Dieser ist zweckgebunden und kann für die Inanspruchnahme von Leistungen der Tages- oder Nachtpflege, der Kurzzeitpflege, von zugelassenen Pflegediensten oder für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag genutzt werden. Die anerkannten Unterstützungen richten sich nach Landesrecht und können zum Beispiel Angebote zur Tages- oder Einzelbetreuung oder zur Entlastung der Pflegenden sein.
  • Grundsätzlich haben alle Versicherte, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, gegenüber ihrer Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen, das für sie die private Pflege-Pflichtversicherung durchführt, einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Gleiches gilt für Versicherte, die zwar noch keine Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, aber einen Antrag auf Leistungen gestellt haben und bei denen erkennbar ein Hilfe- und Beratungsbedarf besteht. Außerdem können Angehörige oder ehrenamtlich Pflegende an kostenlosen Pflegekursen der Pflegekasse teilnehmen.
  • Zuhause gepflegte Menschen in Pflegegrad 3 erhalten ein Pflegegeld von 545€ oder ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von bis zu 1.298€ monatlich.
  • Leistungen wie Verhinderungspflege (bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr für Ersatzpflege bis zu sechs Wochen; bei Kombination mit Kurzzeitpflege bis zu 2.418 Euro im Kalenderjahr), Zuschüsse für Pflegehilfsmittel (bis zu 40 Euro monatlich), zum barrierefreien Wohnungsumbau (bis 4.000 Euro je Maßnahme, bzw. 16.000 Euro bei WGs), Leistungen bei der Tages- und Nachtpflege (bis zu 689 Euro monatlich) und der Kurzzeitpflege (bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr für bis zu acht Wochen; bei Kombination mit Verhinderungspflege bis zu 3.224 Euro im Kalenderjahr) bleiben in gleicher Höhe bestehen oder werden leicht angehoben.
  • Es werden auch ab sofort sogenannte Pflege Wohngemeinschaften unterstützt. Mit bis zu 2.500€ pro Person, bzw. max. 10.000€ pro Wohngemeinschaft wird eine Anschubfinanzierung gewährleistet. Monatliche Leistungen zur Finanzierung einer Person, die betreuende, organisatorische oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernimmt, werden ebenfalls gewährt.
  • Pflegebedürftige, die in vollstationären Pflegeheimen betreut werden, erhalten 1.262€ monatlich. Die Leistungsbeiträge werden neu gestaffelt. Mögliche Einbußen durch die Umstellung werden für bereits versorgte Menschen übernommen, so dass die Umstellung keine Auswirkungen auf die betroffenen Personen hat.
  • Ab dem 01.01.17 gilt ein einheitlicher Eigenanteil der Versicherten in vollstationärer Pflege in Höhe von 580€ für alle Pflegegrade.