Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Wir müssen die Hospizdienste und die palliative Versorgung fördern

27. August 2014 - 0:00

„Woran fehlt es unseren Hospizdiensten?“, diese Frage bewegt die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller. Sie besucht deshalb die ehrenamtlichen Sterbebegleiter in ihrem Wahlkreis. Ihre Gesprächsreihe führte die Gesundheits-Politikerin – die Berichterstatterin ihrer Fraktion für das Thema Hospize ist – auch nach Bad Soden-Salmünster. Dort traf sie sich mit der AG Hospizdienst der Caritas für den Main-Kinzig-Kreis.

Sterbehilfe – „Ja“ oder „Nein“? Bis Ende nächsten Jahres sollen in Berlin die Vorbereitungen für ein Gesetz abgeschlossen sein, das den ärztlich assistierten Selbstmord regelt. Hierzu Bettina Müller: „Ich bin absolut dagegen, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Bevor wir das anpacken, sollten wir erst mal die Situation für Menschen auf ihrem letzten Lebensweg verbessern. Das heißt auch, die Hospizdienste zu fördern.“ 

Fragt sich also, was brauchen die Hospizdienste?

Für Professor Holger Kaesemann, Chefarzt der Frauenklinik im Hanauer Vinzenz-Krankenhaus und Vorstandsmitglied des Hospiz- und Palliativverbandes Hessen ist die Antwort klar. „Um ein komplettes Netzwerk aufzustellen benötigen wir neben dem Hospizdienst, der für die psychosoziale Betreuung zuständig ist, ein Palliativ-Care-Team im mittleren und östlichen Main-Kinzig-Kreis. Dieses Team stellt die ärztliche und pflegerische Versorgung für Patienten in der letzten Lebensphase rund um die Uhr sicher in Zusammenarbeit mit den Hausärzten. Unsere Hausärzte können diese Arbeit neben ihrer Praxis nur schwerlich leisten. Zusätzlich zur Überlastung ist die Vergütung für diese aufwendige Betreuung der Patienten unzureichend.“ Doch Palliativmediziner sind offenbar rar. Bisherige Stellenausschreibungen stießen auf keine große Resonanz.

Ebenso wenig Erfolg hatten bislang die Bemühungen der AG Hospizdienst, die Etablierung eines Palliativ-Care-Teams für den östlichen Main-Kinzig-Kreis anzustoßen. „Dies zu realisieren wäre unser Wunsch an die Politik“, so Kaesemann. Auch die Krankenkassen zeigen sich wenig kooperativ und verweisen auf das Palliativ-Team in Hanau, das aber auf Grund der weiten Entfernungen den östlichen Main-Kinzig-Kreis nicht mit versorgen kann.

Die mögliche Folge ist, dass Patienten ohne Palliativversorgung im Rahmen der Notfallversorgung häufig in Krankenhäuser eingewiesen werden, wie Annette Böhmer, Leiterin der AG-Hospizdienst, ausführte. Dies geschieht, obwohl die Patienten ihre letzte Lebensphase oft lieber zuhause in ihrer gewohnten Umgebung verbringen möchten. 

„Ich werde Sie unterstützen, wo ich kann“, versprach Bettina Müller. Denn wenn wir erst mal die Bedingungen für Sterbende verbessert haben, dann brauchen wir womöglich gar kein Gesetz mehr, das die Sterbehilfe regelt.“

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