Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

„Zucker gefährdet die Gesundheit. Politik muss handeln!“

9. November 2017 - 14:39

Semaglutid heißt das Zauberwort, in das viele Diabetespatienten derzeit ihre Hoffnung setzen. Die Tablette steht kurz vor der Zulassung und hat das Zeug, die lästige Insulinspritze zu ersetzen. Der Vorteil? Es muss nur einmal täglich eingenommen werden und wirkt dann hebend oder senkend auf den Blutzuckerspiegel – je nach Bedarf des Körpers.

 

„Ich begrüße, dass nun eine einfache Alternative zur herkömmlichen Therapie entwickelt wird und hoffe, die Zulassung kommt bald“, erklärt die Gesundheitspolitikerin Bettina Müller (SPD). „Gleichzeitig müssen wir aber an die Ursachen für den Diabetes-Typ II ran und die Patienten bei der nichtmedikamentösen Therapie unterstützen. Zu viele Pfunde auf den Hüften begünstigen die Krankheit. Und es ist nun mal nicht einfach Diät zu halten, wenn in unserem Essen wahre Kalorienbomben versteckt sind, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist.“

 

Viele ‚normale‘ Lebensmittel enthalten Zucker: Brot zum Beispiel. Auswüchse des versteckten Zuckers sind beispielsweise eine Schale Krautsalat mit 17 Stück Würfelzucker oder ein halber Liter Fruchtbuttermilch ‚Multivitamin‘ mit 21 Stück Würfelzucker.

 

Die Folgen sind gravierend – besonders für die Kleinsten. Jedes fünfte Kind in Deutschland ist zu schwer. Neben erhöhtem Risiko für die Gesundheit, nimmt auch das Selbstwertgefühl der Kinder Schaden.

 

Bettina Müller: „England hat die Notbremse gezogen und die Zuckersteuer eingeführt. Mit der Union konnten wir unsere „nationale Reduktionsstrategie“ nicht umsetzen, zu sehr fühlen sich CDU/CSU der Zuckerindustrie verpflichtet.“ Solange ein Apfel teurer sei als Schokolade, werde Fettleibigkeit sich weiter seuchenhaft ausbreiten und damit auch Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfälle.

„Allerhöchste Zeit also den politischen Instrumentenkasten bestehend aus besserer Kennzeichnung mit einer Ampel, Werbebeschränkungen, Subventionierung und Besteuerung bis hin zur Festlegung von Höchstgehalten zu nutzen!“, lautet Müllers Appell an die künftige Regierung.

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