Bettina Müller (SPD): Unsere Erzieherinnen und Erzieher verdienen mehr

Solidarisch mit den Streikenden: die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller (Mitte) mit Bürgermeister Andreas Weiher, Wächtersbacher Sozialdemokraten und Erzieherinnen

Gestern Morgen, Wächtersbach, Chatilloner Straße: Eine Menschenkette bis zur Einmündung der Main-Kinzig-Straße, mit Trillerpfeifen machen streikende Erzieherinnen der Elisabeth-Curdts-Kita und Verdi-Vertreter auf ihre Forderungen aufmerksam. „Ich kann gar nicht so schlecht arbeiten, wie ich bezahlt werde“, steht auf einem Plakat. Mit dabei: die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller, Wächtersbachs Bürgermeister Andreas Weiher und die örtliche SPD.

Seit 12. Mai sind in Wächtersbach sechs Erzieherinnen im Dauerstreik, wie Viktoria Jarkov (Elisabeth-Curdts-Kita) erläutert. „Jetzt sind wir ungeduldig geworden“, meint sie. „Der Sinn ist ja nicht, dass wir nur streiken, wir wollen doch arbeiten gehen. Aber wir sehen keinen anderen Weg, als auf die Straße zu gehen, um auf unsere Situation aufmerksam zu machen.“ Dabei geht es ihnen nicht nur um eine bessere Bezahlung in der eigenen Branche. Sie streiken auch für alle anderen sozialen Berufe, in denen mit Menschen gearbeitet wird. Zu Recht, meint die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller, die sich in Wächtersbach solidarisch zeigt.
„Für Ihre Forderungen kann ich Ihnen die volle Unterstützung der SPD-Bundestagsfraktion garantieren. Wir fordern schon seit langem eine bessere Anerkennung und Bezahlung von erzieherischen, sozialen und pflegerischen Berufen“, betont Bettina Müller. Für sie sind es anspruchsvolle und gesellschaftlich sehr bedeutende Tätigkeiten. „Das muss sich auch in der Attraktivität wiederspiegeln, also in einer besseren Bezahlung“, fordert die SPD-Politikerin und ergänzt mit Blick auf die Streikenden in Wächtersbach, „unsere Erzieherinnen und Erzieher verdienen mehr“.
Doch wer soll es bezahlen? Wächtersbachs Bürgermeister Andreas Weiher sieht hier den Bund in der Pflicht. „Aber dann muss auch sichergestellt sein, dass das Geld bei unseren KiTas ankommt und nicht an den Fingern der schwarz-grünen Landesregierung hängen bleibt, wie so oft“, beklagt Weiher. „Die Vergangenheit hat uns schmerzhaft gelehrt, dass wir eine andere Vergabepraxis von Fördermitteln brauchen“, meint Wächtersbachs Bürgermeister. Seine Forderung: „Wenn der Bundestag finanzielle Hilfen für die Kommunen gewährt, dann müssten sie von dort –auf direktem Weg – auch an die Kommunen gezahlt werden, anstatt den Umweg über die Länder zu nehmen. Denn bei uns in Hessen bleibt es dort hängen und wir gucken ins Leere.“
In der Pflicht ist jedoch nicht nur der Bund, sondern auch die Kommunalen Arbeitgeberverbände. Die SPD-Wächtersbach hat deshalb einen Brief an den Kommunalen Arbeitgeberverband Hessen geschrieben. Darin heißt es: „(…) wir möchten dringend an Sie appellieren, nunmehr ein akzeptables Angebot zu Verhandlung vorzulegen (…)“. Und weiter: „Die Landesregierung wird aufgefordert, den Kommunen im Bereich der Kinderbetreuung mehrt Geld zur Verfügung zu stellen. (…) Kinder sind unser höchstes Gut, an dieser Stelle zu sparen bedeutet an der Zukunft unserer Gesellschaft zu sparen. Wir finden, dass dies der falsche Weg ist.“ Den Brief haben bereits viele Menschen unterschrieben, darunter auch Bettina Müller und Andreas Weiher.
Die Situation in den sozialen Berufen bewegt die Wächtersbacher Sozialdemokraten auch über den gestrigen Streik hinaus. Daher laden sie am kommenden Samstag, ab 10 Uhr, zu einer Solidaritäts-Aktion am Rathaus (Einfahrt Rathaus am Globus-Parkplatz) ein.