Damit Frauen ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen können

Auch wenn sich die Rolle der Frau in der Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat und die Zeiten, in denen Frauen das Einverständnis ihres Mannes brauchten um arbeiten gehen oder ein Bankkonto eröffnen zu dürfen glücklicherweise vorbei sind, gibt es immer noch viel zu tun. Daran erinnert die Bundestagsabgeordnete Bettina Müller (SPD) zum Internationalen Frauentag, der jährlich am 8. März begangen wird.

„Mit der Einführung des Elterngeldes, der Frauenquote in Führungspositionen, dem Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit und dem gesetzlichen Mindestlohn sind in den letzten Jahren wichtige Schritte vollzogen worden, um die strukturelle Benachteiligung von Frauen zu bekämpfen. Dennoch laufen Frauen noch immer Gefahr, ihre Möglichkeiten nicht voll ausschöpfen zu können: Sie werden durchschnittlich schlechter bezahlt, steigen familienbedingt öfter und länger aus dem Job aus, steigen überwiegend in Teilzeit wieder in den Job ein, und das nicht selten unterhalb ihrer Qualifikation. Das wirkt sich verheerend auf die Alterssicherung von Frauen aus“, so die Abgeordnete.

Diese Ungleichheit ginge die SPD-Bundestagsfraktion mit ihrem aktuellen Grundrentenkonzept an. Zu 75 Prozent würden Frauen von der Grundrente profitieren, vor allem solche, die ihre Erwerbstätigkeit wegen ihrer Kinder einschränken mussten und deshalb nicht ausreichend für ihre Alterssicherung vorsorgen konnten oder jahrzehntelang zu Niedriglöhnen arbeiten mussten.

„Neben der Einführung einer Grundrente müssen wir aber gleichzeitig weiter daran arbeiten, dass Frauen über den gesamten Lebensverlauf hinweg die gleichen Chancen wie Männer haben, auf einen gut bezahlten Job und letztlich auch auf eine eigenständige und auskömmliche Alterssicherung. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir die sozialen und die Gesundheitsberufe aufwerten, denn es ist nicht plausibel, dass eine Arbeit mit so hohen Anforderungen und so großer Bedeutung für die Gesellschaft so gering entlohnt wird“, so Bettina Müller.

Auch der historisch niedrige Frauenanteil im Deutschen Bundestag von 30,7 Prozent sei ein aktuelles Gleichberechtigungsthema, das die SPD-Bundestagsfraktion dringend angehen wolle. „Die SPD besetzt ihre Wahllisten immer paritätisch und sorgt so für einen angemessenen Mindestanteil beider Geschlechter in den Parlamentsfraktionen. Leider wird das nicht von allen Parteien so praktiziert. Die anstehende Wahlrechtsreform ist unserer Meinung nach der richtige Moment, mit einem Paritätsgesetz verpflichtende Regelungen zu schaffen“, betont die Abgeordnete.