SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller besucht Caritas-Altenpflegeheim St. Martin

Die Bundestagsabgeordnete Bettina Müller (SPD) war kürzlich zu Besuch im Caritas-Altenpflegeheim Bad Orb, um sich vor Ort das Präventionsprojekt „PEKo“ anzuschauen.

Dabei fand die Bundestagsabgeordnete lobende Worte zu Einrichtung und Projekt: „Das Caritas-Altenpflegeheim St. Martin in Bad Orb ist eine sehr gute Pflegeeinrichtung. Insbesondere die Teilnahme am Modellprojekt und die Bildung einer Ethikkomission zeigen, dass hier wertvolle Präventionsarbeit in einem Bereich, der bei der Pflege bislang noch nicht so stark im Fokus stand, geleistet wird.“

Die Abkürzung PEKo steht für Partizipative Entwicklung von Konzepten zur Gewaltprävention. Das Pflegeheim St. Martin war eines der ersten Pflegeheime in Hessen, die sich dem Projekt angeschlossen haben. Seit Ende 2018 ist die Einrichtung dabei. Insgesamt wird PEKo in zehn weiteren hessischen Pflegeheimen – in den Regionen rund um Fulda und Frankfurt – durchgeführt. Entwickelt wurde das Präventionsprojekt von der Universität Lübeck und der Techniker Krankenkasse. Letztere unterstützen das Modellprojekt auch finanziell.

Die Vorhaltung eines solchen Präventions-Konzepts ist für hessische Altenpflegeheime nach dem hessischen Pflege- und Betreuungsgesetz verpflichtend.

Der Einrichtungsleiter Stefan Smolinka berichtete, dass aus dem Projekt heraus im Altenpflegeheims St. Martin nun eine Ethikkommission gegründet wurde. Die Kommission erarbeitet mit externer Unterstützung durch die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Fulda, Stefanie Freytag, Konzepte und Maßnahmen zur Prävention von Gewalt in der Pflegesituation. Das Thema Gewalt wird dabei in allen Facetten beleuchtet. Es geht also nicht nur um mögliche Gewalt, die Pflegekräfte gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung ausüben könnten, sondern auch um Gewaltvorfälle, die von diesen oder ihren Angehörigen auf Mitarbeitende ausgeübt werden können. Gemäß Einrichtungsleiter Smolinka ist dies ein Aspekt, der bisher zu wenig Betrachtung findet.

Die Ethikkommission, die im Zuge des Projektes implementiert wurde, arbeitet zukünftig im Rahmen des Kundenzufriedenheits-Managements in vielen Bereichen vor allem vorbeugend. Wichtige Basis für ihre Arbeit war es zunächst, den Gewalt-Begriff für sich zu definieren: Was ist Gewalt in der Pflege? Wo beginnt sie? Wer übt sie aus? Erst durch die Beantwortung dieser zentralen Fragen können Gewalt-Gefahren erkannt, analysiert und ihr Entstehen verhindert werden. Alle am Projekt teilnehmenden Pflegeheime – also auch das Caritas-Altenpflegeheim St. Martin – entscheiden selbstständig, welche Maßnahmen sie im Bedarfsfall ergreifen wollen. Verpflichtendes Ziel ist hier die Einführung einer systematischen Erfassung, Maßnahmenergreifung und nachhaltige Bearbeitung möglicher Vorfälle.

In regelmäßigen Abständen tauschen sich die Mitarbeiter des Caritas-Altenpflegeheims St. Martin auch in überregionalen Treffen mit Mitarbeitern der anderen elf hessischen Pflegeheime aus, die am Projekt PEKo teilnehmen. So sollen die Einrichtungen voneinander lernen und profitieren.

Das Projekt im Altenpflegeheim St. Martin läuft noch bis zum Ende dieses Jahres. Es ist wichtig festzuhalten, dass die Einrichtungen, die am Projekt PEKo teilnehmen, kein Gewalt-Problem haben. „Es handelt sich vielmehr um vorbildliche Einrichtungen“, so Dr. Barbara Voß, die ebenfalls anwesende Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen, „die keine Scheu davor haben anzuerkennen, dass es in der Pflege zu Gewalt kommen kann und deshalb vor einem solchen möglichen Geschehen mit geeigneten Maßnahmen entgegen gewirkt werden muss. Wir freuen uns daher, dass das Caritas-Altenpflegeheim St. Martin bei PEKo dabei ist und trotz der hohen Arbeitsbelastung  Mitarbeiter-Ressourcen für das Projekt und für dieses wichtige Thema zur Verfügung stellt!“