Bettina Müller, SPD: Corona hat den Kulturschaffenden den Boden unter den Füßen weggerissen

Mit der „Night of Light“ hat die Veranstaltungsbranche auf ihre aktuelle bedrohliche wirtschaftliche Lage aufmerksam gemacht. Auch im Wahlkreis der Bundestagsabgeordneten Bettina Müller, SPD wurden Kultur- und Veranstaltungsstätten rot angestrahlt. Mit leuchtenden Mahnmalen hat die Veranstaltungsbranche auf ihre Lage in der Corona-Krise hingewiesen. Dafür wurden auch in Büdingen, Wächtersbach, Gelnhausen, Altenstadt oder Gedern sowie vielen anderen Städten und Gemeinden Bauwerke in rotes Licht getaucht.

Die Corona Pandemie hat gerade den Kulturschaffenden den Boden unter den Füßen weggerissen. Eine zum Teil hart getroffene Gruppe fällt besonders tief durchs Raster: die Solo-Selbstständigen, die im Kulturbereich arbeiten. Darüber haben sich Bettina Müller mit Comedystar Bäppi La Belle, alias Thomas Bäppler-Wolf, der auch Stadtverordneter in Frankfurt und Mitglied im Kultur- und Freizeitausschuss ist, unterhalten.

„Seit März brechen der Branche alle Einnahmen weg. Ein Ende der Beschränkungen ist derzeit nicht absehbar. Die Not ist groß“, beklagt sich der Künstler und Kommunalpolitiker. „Musiker, darstellende Künstler oder Licht- und Tontechniker und viele die in dem Bereich arbeiten, wissen teilweise nicht, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Insbesondere die Solokünstler sind nun auf Sozialleistungen des Staates angewiesen“.

Für Thomas Bäppler-Wolf kommt es nicht in Frage, vor „Blechlawinen“, gemeint sind Autokinos, aufzutreten. Am Anfang der Corona-Pandemie habe er die Maßnahmen noch verstanden und voll dahinter gestanden. „Nun gilt es aber, dass die Branche wieder auf die Beine kommt. Freiberufliche Schauspieler, Musiklehrer, Dirigenten und selbst Straßenmusiker haben keine Einnahmen mehr“, stellt der Comedystar fest.

In seinem künstlerischen Umfeld gäbe es bereits Kollegen, die Hartz 4 beantragen mussten.

Bei Bäppler-Wolf selbst wurden rund 150 Auftritte von Beginn der Pandemie bis zum Frühjahr 2021 abgesagt. Lediglich seine beliebten Frankfurter Stadtführungen sind wieder bis maximal 15 Personen erlaubt.

„Wenn man bedenkt, dass Kunst und Kultur einen wesentlichen Raum in unserem Leben einnimmt, müssen wir gemeinsam Lösungen finden und Hilfe anbieten“, so die Bundestagsabgeordnete. „Auch ich vermisse unsere kreative und vielseitige Kulturlandschaft, die unser Land so lebenswert macht.“

Mit dem Programm „NEUSTART KULTUR“ sollen für dieses und nächstes Jahr bis zu 1 Mrd. Euro bereitgestellt werden. Es handelt sich um ein Rettungs- und Zukunftspaket, aus dem insbesondere die Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur ermöglicht, Nothilfen geleistet, Mehrbedarfe von Einrichtungen und Projekten gedeckt und die Entwicklung alternativer, auch digitaler Angebote gefördert werden sollen. „Für mich ist wichtig, dass die zahlreichen kleineren und mittleren Kulturstätten und –projekte unterstützt werden. Denn diese Bereiche werden in der Regel vor allem privatwirtschaftlich finanziert und müssen derzeit vollständige Einnahmeausfälle hinnehmen“, informiert die Bundestagsabgeordnete. „Auch die Solo-Selbstständigen müssen dringend unterstützt werden.“

In Bayern wurde bereits ein Sofortprogramm bewilligt, das Künstler und Musiker, die sich in einer nachweislich existenzbedrohenden Situation befinden, unterstützt. Auch das Land Hessen müsse nun der betroffenen Branche und deren Beschäftigten zur Seite stehen, damit diese die Krisenphase überstehen können, fordern Bettina Müller und Thomas Bäppler-Wolf.